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Was ist zu beachten, wenn man einen Onlineshop eröffnet?

 Die Corona-Krise hat nicht nur unser Leben, sondern auch den Einzelhandel einschneidend verändert. Der Onlinehandel boomt. Ein Onlineshop macht in heutigen Zeiten unabhängig von örtlichen Einschränkungen. Doch die Eröffnung eines Onlineshops benötigt viel Planung und Vorbereitung, bei der eine Vielzahl rechtlicher Rahmenbedingungen beachtet werden muss. In unserem Artikel erklären wir Ihnen, welche grundlegenden technischen und rechtlichen Fragen geklärt werden müssen, bevor man mit der Eröffnung loslegt, und geben Ihnen ein paar gute Tipps zur Planung, Umsetzung und Führung Ihres Onlineshops.

 

Wie funktioniert ein Onlineshop?

 

Zwar bieten zahlreiche Marktplätze, wie Amazon Marketplace, eBay oder Etsy Plattformen für den Verkauf im Internet an, verlangen dafür aber Provisionen, die in der Regel zwischen 5 und 20 % betragen. Die relativ hohen Provisionen stellen nicht den einzigen Nachteil dar. Die Nutzer der meisten Marktplatz-Plattformen haben zudem keinen Zugriff auf die Kundendaten. Die Entscheidung, einen eigenen Onlineshop zu eröffnen, ist ein Schritt in die Unabhängigkeit: ohne Provisionen, dafür mit dem eigenen Kundenstamm und der Möglichkeit, die eigene Marke aufzubauen.

 

Die rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Eröffnung eines Onlineshops

 

Um einen Onlineshop zu betreiben, müssen Sie ein Gewerbe anmelden. Die einfachste Form ist das Einzelunternehmen. Bei der Eröffnung Ihres Onlineshops gilt es, ein paar rechtliche Punkte zu beachten. Die wichtigsten davon sind:

 

  • Impressum – jeder Onlineshop ist verpflichtet, auf seiner Website ein Impressum einzurichten (§ 5 des Telemediengesetzes). Der Nutzer der Website soll dem Impressum entnehmen können, mit wem er es zu tun hat. Das Impressum muss eine ladungsfähige Anschrift enthalten, um sicherzustellen, dass etwaige rechtliche Ansprüche gegen den Betreiber einer Website notfalls gerichtlich durchgesetzt werden können. Andere Pflichtangaben, die im Impressum enthalten sein müssen, hängen von der Rechtsform des Onlineshops ab.
  • Widerrufsrecht – ein Widerrufsrecht muss dem Kunden zwingend eingeräumt werden. Die Widerrufsfrist ist in allen Mitgliedsstaaten der EU gleich und beträgt 14 Tage. Zusätzlich müssen Sie dem Kunden die Widerrufsbelehrung schriftlich (z. B. per E-Mail) zukommen lassen. Auch ein Widerrufsformular muss auf der Website zugänglich sein.
  • AGBs – beinhalten die Vielzahl an Informations- und Belehrungspflichten. Die Gestaltung und Darstellung der AGBs wird in §§ 305 bis 310 BGB definiert. Die AGBs bieten dem Shop-Betreiber auch die Option, einige rechtliche Regelungen zu modifizieren, etwa mithilfe eines Haftungsausschlusses.
  • Datenschutzerklärung – ist für Ihren Onlineshop unabdingbar, da Sie als Onlineshop-Betreiber verpflichtet sind, Ihren Kunden bestimmte Informationen bezüglich des Umgangs mit ihren personenbezogenen Daten bereitzustellen (§ 13 Telemediengesetz).
  • Kaufen-Button – der Wortlaut der Schaltfläche zum Kaufabschluss muss den Kunden eindeutig darauf hinweisen, dass es sich um eine zahlungspflichtige Transaktion handelt. Die Beschriftungen „Weiter“ oder „Senden“ sind nicht ausreichend, „Jetzt kaufen“ ist hingegen geeignet.

 

Onlineshop aufbauen – welches Shopsystem ist für mein Vorhaben geeignet?

 

In heutigen Zeiten ist es relativ einfach, einen Onlineshop zu erstellen. Die Wahl des Shopsystems hängt vor allem davon ab, was für Sie und Ihr Geschäft am sinnvollsten ist. Sie können zwischen den nachfolgend genannten drei Lösungen wählen:

 

  • Baukastensysteme – dies ist der einfachste Weg zum eigenen Onlineshop und eignet sich für kleinere und mittelständische Unternehmen, die wenig Kapital, eine niedrige Produktanzahl und keine beziehungsweise nur wenig Programmierkenntnisse besitzen. Der Vorteil dieser Lösung: das Hosting, die Design-Templates und die wichtigsten Schnittstellen sind oft im Preis inbegriffen. Der Nachteil liegt in der geringen Flexibilität (eingeschränkte Anzahl der möglichen Zahlungsverfahren, minderwertige Ergebnisse durch die standardisierten Such- und Filterfunktionen und geringe Individualisierungsmöglichkeit verfügbarer Funktionen).

 

Die bekanntesten Anbieter der Baukastensysteme sind STRATO, Jimdo, ePages oder plentymarkets. Die monatliche Gebühr beträgt etwa zwischen 10 und 70 Euro (je nach Funktionsumfang). Um einen Onlineshop auf diese Art und Weise zu erstellen, müssen Sie sich im Prinzip nur bei dem ausgewählten Anbieter anmelden, die notwendigen Einstellungen (Design, Auswahl der Zahlungsmittel und Versandmethoden) vornehmen, Produktbilder hochladen, Artikelbeschreibungen und -preise hinterlegen. Fertig ist der Onlineshop.

 

  • Open-Source-Shop-Software – diese Lösung eignet sich für Onlineshop-Gründer, die entweder Programmierkenntnisse haben oder genügend Budget, um einen Webdesigner und Programmierer mit der Einrichtung zu beauftragen. Die bekanntesten Anbieter von Open-Source-Shop-Software in Deutschland sind Shopware, der auf WordPress basierende WooCommerce, xt:Commerce oder Gambio.
  • Eigenentwicklung – diese Lösung eignet sich für große Onlineshops. Sie ist zwar mit höheren Anfangskosten verbunden, bietet aber Vorteile wie individuelles Design, große Auswahl an Zahlungsverfahren und spezielle Design- und Funktionsanpassungen.

 

Beim Aufbau der Struktur Ihres Onlineshops sollten Sie auf eine gut durchdachte, logische und intuitive Seitenarchitektur achten – dies ist sowohl aus der Sicht der Kunden als auch der Suchmaschinen wichtig. Kunden kaufen gerne in übersichtlichen Onlineshops ein – passen Sie die Anzahl der Kategorien an die angebotenen Produkte an und benennen Sie die Kategorien mit klaren, abgrenzbaren Begriffen.

 

Beim Erstellen Ihres Onlineshops sollten Sie sich auch Gedanken darüber machen, welche Zahlungsarten Sie anbieten wollen.

 

Die wichtigsten Bezahlsysteme für den deutschen Markt sind:

 

  • PayPal
  • Kauf auf Rechnung
  • Lastschrift
  • Kreditkarte

 

Kosten

 

Die Kosten variieren je nach Shopsystem, Anbieter und Paket zwischen ein paar Euro und mehreren tausend Euro. Folgende Tabelle bietet Ihnen eine grobe Übersicht:

 

Komplexität einfach mittel hoch
Kosten 10–25 EUR pro Monat ca. 20–190 EUR pro Monat Erstellung (einmalig): 2.000–20.000 EUR, 20–350 EUR im Monat
Beispielanbieter Jimdo, Wix, Weebly 1&1 E-Shops, Shopify, Lightspeed PrestaShop, Magento, WooCommerce, Shopware, xt:Commerce

 

Ihr Produkt

 

Damit Kunden sich zum Kauf von Waren in Ihrem Onlineshop entscheiden, muss die Ware ansprechend optisch präsentiert werden – der nächste Shop ist nur einen Mausklick entfernt! Ein hochwertiges Foto, ein eindeutiger Produktname, eine klare, ausführliche Produktbeschreibung sind für Ihren Erfolg im Onlinehandel ebenso wichtig wie ein guter Preis. Denken Sie daran, dass ein Onlineshop eine Beratung vor Ort ersetzen muss. Je genauer und kundenorientierter die Produktbeschreibung, desto besser die Chancen auf einen Verkauf. Immer häufiger nutzen Onlineshops heutzutage auch Videos.

 

E-Commerce-Plattformen

 

Darüber hinaus benötigen Sie entsprechende Marketing-Maßnahmen, um Kunden zu gewinnen. Die effizienteste Werbemaßnahme für Onlineshops ist Onlinemarketing, das alle Varianten der Werbung im Internet umfasst. Dazu gehören Social Media Marketing in Netzwerken wie Facebook oder YouTube sowie Suchmaschinenmarketing (Google und SEO, SEA, SEM). Auch die eigene Website ist natürlicherweise ein wichtiger Bestandteil des Onlinemarketings.

 

Logistik der Onlineshops

 

Eine gute E-Commerce-Logistik trägt zum Erfolg eines Onlineshops in erheblichem Maße bei. Untersuchungen zeigen, dass die Logistikkosten eines Onlineshops 20 bis 40 % des Umsatzes betragen. E-Commerce-Logistik umfasst auch Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand sowie die Kosten für Retouren. Für über 62 % der Verbraucher sind zu hohe Versandkosten der Grund für einen Kaufabbruch. Über 35 % möchten zudem unter keinen Umständen Versandkosten bezahlen. [Quelle: https://www.sendcloud.de/whitepaper/e-commerce-lieferkompass-2020/]

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Abwicklung der E-Commerce-Logistik Ihres Onlineshops, unter anderem:

 

  • Nutzung Ihres eigenen Logistiksystems
  • Dropshipping: Sie verkaufen Produkte über Ihren Onlineshop und der Versand und eventuelle Retouren werden von einem Drittanbieter abgewickelt (z. B. AliExpress und Fulfillment by Amazon).
  • E-Fulfillment: viele Onlineshops lagern den Logistikprozess an einen E-Fulfillment-Dienstleister aus, der für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Logistikprozesses – von der Lagerung und Verwaltung der Lagerbestände, über die Bearbeitung der Bestellungen, die Kommissionierung und Abwicklung des Versands der bestellten Waren bis zu Retouren – sorgt.

 

Checkliste zum Einrichten eines Onlineshops

 

  • Definieren Sie Ihre Anforderungen an Ihren Onlineshop
  • Wählen Sie das passende Shopsystem aus
  • Legen Sie das Design und Layout fest
  • Bauen Sie eine Struktur für Ihren Onlineshop auf
  • Beachten Sie Rechtliches
  • Planen Sie Marketingmaßnahmen

 

Fazit

 

Einen Onlineshop zu gründen, kann ein lohnender Schritt in die Unabhängigkeit sein. Damit dieser Schritt zum Erfolg führt, gibt es zahlreiche Hilfsmittel von der technischen Umsetzung bis zur logistischen Abwicklung, die gut durchdacht werden wollen. Das ist die beste Gewähr dafür, dass Sie Ihr Produkt unabhängig vom Standort an Ihre Kunden bringen. 

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